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Biografie von Moktar Ould Daddah

Moktar Ould Daddah wurde 1924 in der Kleinstadt Boutilimit in der südwestlichen Verwaltungsregion Trarza geboren. Seine Familie gehörte zu den Marabouts, den Korangelehrten. Die Eltern, Mohamedoun und Khadjetou gehörten dem Stamm der Oulad Byeri an.

Als Kind genießt Moktar Ould Daddah die arabische Grundausbildung, er lernt Arabisch und studiert den Koran und besucht die französisch-arabische Schule von Boutilimit, die er 1939 abschließt. Im selben Jahr wechselt er auf die Blanchot-Schule für Häuptlingssöhne in Saint-Louis, Senegal.

Ende 1941 nimmt er mit Erfolg am Auswahlverfahren für Übersetzer und Dolmetscher bei der Kolonialverwaltung teil. Auf eigenen Wunsch wird er erst in Fort Gouraud (heute F’dérik) und später in Fort Trinquet (heute Bir Moughrein) im Norden des Landes eingesetzt. Dort bleibt er sechs Jahre.

Zwischen 1948 und 1951 besucht er eine Schule in Nizza (Südfrankreich), wo er das Abitur ablegt. Von 1951 bis 1955 studiert er Rechtswissenschaften in Paris, wo er seinen Hochschulabschluss macht.
Von November 1956 bis März 1957 absolviert Moktar Ould Daddah ein Praktikum in der Anwaltskanzlei Boissier-Palun in Dakar.

Am 23. Juni 1956 verabschiedet die französische Nationalversammlung das
„Loi-cadre » Defferre, ein Rahmengesetz, das den ehemaligen französischen Kolonien den Weg in die Autonomie ebnet. Moktar Ould Daddah wird zum Vizepräsidenten des „Conseil du Gouvernement“, der lokalen Exekutive, gewählt, erster Präsident bleibt weiterhin der französische Gouverneur (20. Mai 1957). Zwei Monate nach der Einsetzung in sein Amt plädiert Moktar Ould Daddah für die Schaffung einer mauretanischen Hauptstadt.

Nouakchott, Sitz einer kleinen militärischen Kolonialsiedlung im Südwesten des Landes, wenige Kilometer vom Meer gelegen, an der sogenannten„Kaiserstrecke“ Nummer 1, die Dakar und Casablanca verbindet, wird schließlich als Hauptstadt auserwählt.
Am 24. Juli 1957 unterzeichnet die französische Regierung das Dekret, durch das die mauretanische Hauptstadt von Saint-Louis im Senegal (Hauptstadt von Französisch-Westafrika) nach Nouakchott verlegt wird. Am 5. März 1958 legt Gérard Jaquet, Minister für die französischen Überseegebiete, den Grundstein.

1958, nach General de Gaulles Rückkehr an die Macht, rückt die vollständige Selbstverwaltung der Kolonien immer näher. Am 25. Juni 1958 beschließt die französische Regierung, den Vorsitz des „Conseil du Gouvernement“ den autochtonen Vizepräsidenten zu übergeben. Am 31. Juli 1958 übergibt Gouverneur Mouragues, der letzte französische Gouverneur in Mauretanien, das Amt an Moktar Ould Daddah.

Am 4. November 1958 heiratet Moktar Ould Daddah in Paris Marie Thérèse Gadroy, die von nun an Mariem Daddah heißt. Sie ist Anwältin und Kandidatin für das Auswahlverfahren zur Aufnahme an der Hochschule für Richter und Anwälte. 1977 konvertiert sie zum Islam.

In Anwesenheit zahlreicher ausländischer Delegationen – darunter auch der französischen Delegation unter dem Vorsitz des damaligen Premierministers Michel Debré – und Mohamed Masmoudi, dem damaligen tunesischen Informationsminister, verkündet Moktar Ould Daddah am 28. November 1960 die unabhängige Islamische Republik Mauretanien.

1961 wird Moktar Ould Daddah zum ersten Präsidenten Mauretaniens gewählt und 1966, 1971 und 1976 erneut im Amt bestätigt. Am 10. Juli 1978 wird er durch einen Militärputsch gestürzt. 15 Monate sitzt er daraufhin im Militärfort von Oualata in Gefangenschaft, im äußersten Osten Mauretaniens. Die Anklage lautet „Hochverrat“.

Am 2. Oktober 1979 wird Moktar Ould Daddah aus gesundheitlichen Gründen freigelassen und kann mit seiner Familie – seiner Frau und seinen drei Kindern Mohamedoun, Faiza und Azeddine – nach Frankreich ins Exil gehen. Der ivorische Staatspräsident Félix Houphouët-Boigny hat der Familie dort eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Von 1981 bis 1984 war Moktar Ould Daddah persönlicher Gast des tunesischen Staatspräsidenten Habib Bourguiba. Später lebte er in Nizza, am 17. Juni 2001 kehrte er in sein Heimatland zurück.
In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 2003 stirbt Moktar Ould Daddah im Pariser Militärhospital Val-de-Grâce.

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Ein Kommentar zu „Biografie von Moktar Ould Daddah“

  1. juan

    patchen@coleridge.ammoniac” rel=”nofollow”>.…

    thanks!!…

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